Das insgesamt sechste Studioalbum von Tears for Fears, welches im Oktober 1995 erschien, war letztlich ein Soloalbum von Orzabal. Noch immer hatten Smith und er keinen Kontakt miteinander und Orzabal nutzte den Bandnamen allein. Das Album hieß »Raoul and the Kings of Spain« und zeigte deutliche lateinamerikanische Einflüsse. Auch die spanischen Wurzeln Orzabals sind bei diesem Album klar erkennbar. Der Name Raoul hat für den Musiker auch eine besondere Bedeutung, da sein erster Sohn diesen trägt und auch er selbst ursprünglich Raoul genannt wurde. Seine Eltern hatten den Namen aber zwei Wochen nach der Geburt in Roland geändert, um ihn englischer klingen zu lassen.
Ursprünglich sollte das Album beim bisherigen Plattenlabel Mercury Records erscheinen, doch Tears for Fears verließen das Label und unterzeichneten einen Vertrag bei Sony. Daher wurde das Projekt bei Mercury abgebrochen und die Band veröffentlichte das Album schließlich in einer neuen Version bei Sony. Die Titelliste und das Albumcover unterschieden sich von der ursprünglich geplanten Platte, welche nur noch als Promotion-CD erhältlich ist.
Der Titelsong des Albums wurde im September 1995 als erste Single auf den Markt gebracht und erreichte in Großbritannien Platz 31 der Single-Charts, in den USA wurde die Single nicht veröffentlicht. Sie sollte für zehn Jahre die letzte Top-40-Single der Band sein.
»God’s Mistake« wurde im Oktober 1995 als erste Single des Albums in den USA ausgekoppelt. In Großbritannien erschien sie als zweite Single im Juni 1996. Der Erfolg in den Charts war sehr mäßig, so erreichte die Single in den britischen Charts nur Platz 61, in den Billboard-Charts sogar nur Platz 102.
Im Januar 1996 erschien in den USA »Secrets« als zweite Single. Auch für Großbritannien war eine Veröffentlichung dieses Titels geplant, diese wurde jedoch zurückgezogen. Auch dieses Lied hatte keinen Chart-Erfolg.
Die letzte Singleauskopplung des Albums »Raoul and the Kings of Spain« erschien im Februar 1996 und hieß »Falling Down«. Sie wurde in den USA, Brasilien, Mexiko und einigen europäischen Staaten veröffentlicht, allerding wieder nicht in Großbritannien.
Bei einem der Album-Titel, »Me and My Big Ideas«, war erneut Oleta Adams am Gesang beteiligt. Sie hatte schon bei der Single »Woman in Chains« vom Album »Seeds of Love« mitgewirkt und wurde von Smith und Orzabal entdeckt und produziert.
Das Album selbst war nur wenig erfolgreicher als die Singleauskopplungen. In den britischen Album-Charts erreichte es Platz 41 und in den USA sogar nur Platz 79. »Raoul and the Kings of Spain« war auch das erste Album der Band, welches nicht einmal mehr Silber-Status erreichte.